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GEW: "Bildungsangebote für alle Menschen ausbauen!"
Gewerkschaft zum Fachgespräch des Bildungsausschusses des Bundestags: "Bildung kann nicht warten - gut vier Milliarden Euro zusätzlich für Bildung von Flüchtlingen notwendig"
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt, die Bildungsangebote quantitativ und qualitativ auszubauen - von der frühkindlichen über die schulische und berufliche bis zur Hochschulbildung. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe machte deutlich, dass die Debatte auf das Thema "Bildung in der Migrationsgesellschaft" insgesamt erweitert werden müsse. "Bildung kann nicht warten! Bildung ist der Schlüssel für gelingende Integration", betonte Tepe in einem Fachgespräch des Bildungsausschusses des Bundestages die gewerkschaftliche Position zu Bildung in der Einwanderungsgesellschaft. "Gute Bildung für alle Menschen ist die beste Voraussetzung, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken, soziale und politische Teilhabe zu ermöglichen, Zugang zum Arbeitsmarkt zu schaffen und für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft zu sorgen." Zuwanderung präge seit Jahrzehnten die Gesellschaft in Deutschland. "Deshalb müssen alle Menschen, die öffentliche Bildungsangebote nutzen wollen, einen Platz bekommen - unabhängig davon, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht", sagte die GEW-Vorsitzende. Der Bund habe mit dem Kitaausbau und dem Hochschulpakt bewiesen, dass er dazu finanziell und verfassungsrechtlich in der Lage sei.
Tepe begrüßte ausdrücklich die Forderung der Länderfinanzminister, dass der Bund Länder und Kommunen bei Investitionen in Unterrichtskapazitäten, in Kindertagesstätten und berufliche Qualifizierung deutlich stärker als bisher unterstützen solle. Sie schätzte die zusätzlichen Aufwendungen für Bildung für Flüchtlinge auf gut vier Milliarden Euro: "Die Überschüsse von Bund und Ländern geben das her. Darüber hinaus brauchen wir jedoch eine strukturelle Verbesserung der Bildungsfinanzierung. Diese schätzen die Länder selbst auf bis zu 25 Milliarden Euro jährlich", unterstrich Tepe. Sie forderte Bund und Länder auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die die Bildungssituation zugewanderter Menschen verbessern: "Durchgängige Sprachbildung, herkunftssprachliche Bildung zu fördern und Schulsozialarbeit auszubauen, sind wichtige Bausteine, damit der Bildungsbereich die Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft meistern kann", sagte die GEW-Vorsitzende. Ein besonderes Augenmerk müsse darauf gelegt werden, pädagogische Fachkräfte zu gewinnen: "Der Bedarf etwa an Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern ist immens. Wir dürfen bei deren Qualifikationen grundsätzlich keine Abstriche machen, sonst werden die Bildungsziele gefährdet. Deshalb müssen sich jetzt alle Fachleute in Bund, Ländern und Kommunen schnell austauschen", betonte Tepe.
Quelle: GEW-Hauptvorstand, Ulf Rödde, Pressesprecher vom 24.02.2016
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